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Poker School

In diesem Kapitel geben wir Ihnen einen etwas detaillierteren Einblick in das Turnierspiel. Wir behandeln die Themen:

Die Wahl Ihrer Taktik

Bevor Sie mit einem Turnier beginnen, sollten Sie sich einen Moment Zeit nehmen, um sich eine Taktik zurechtzulegen. Natürlich müssen Sie Runden und Chips gewinnen, aber manche Situationen sind nicht so eindeutig, wie Sie erscheinen mögen.

Sehen wir uns einmal dieses klassische Pokerdilemma an:

Sie spielen das erste Blatt in einem Live-Turnier und sitzen am Big Blind. Alle passen außer der Small Blind, der all-in geht. Zufällig haben Sie gesehen, dass er ein Ass und einen König derselben Farbe hat. Sie haben zwei Damen. Was sollten Sie tun?

  • Mitgehen: Sie haben das beste Blatt und müssen Ihren Chip Stack aufbauen
  • Passen: Es gibt noch mehr Blätter und das Risiko steht nicht dafür

Auf diese Frage gibt es eigentlich keine richtige Antwort. Alles hängt davon ab, welche Einstellung Sie als Spieler mitbringen.

Spielen, um zu überleben

Laut zahlreichen Experten ist das Ziel in einem Turnier einfach: nicht pleite gehen. Das bedeutet, riskante Kämpfe um den Großteil Ihrer Chips möglichst zu vermeiden.

Angenommen (um beim obigen Beispiel zu bleiben) Sie sind ein 57%iger Favorit vor Ihrem Gegner. In einem Bargeldspiel würde es sich ganz sicher lohnen mitzugehen. Aber in einem Turnier würden Sie in 43% aller Fälle aussteigen. Basierend auf dem "estimated Value" (dem durchschnittlichen Ergebnis, wenn Sie sich immer wieder so entschieden) würden Sie niemals gewinnen.

Die Art des Turniers

Auch die Turnierart spielt eine Rolle. Wenn der erste Preis wesentlich höher ist als der zweite, sollten Sie etwas mehr riskieren, damit Sie die beste Chance haben. Außerdem arbeitet in short-stacked Spielen, wo die Blinds stetig anwachsen, die Zeit gegen Sie. Deshalb ist es sinnvoll Druck zu machen, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben.

In einem typischen Online-Einzeltischturnier geht es aber nicht so sehr um die einzelnen Gewinne als darum, Ihren Stack zu verteidigen und aufzubauen. In diesem Fall möchten Sie nicht riskieren, wegen eines relativ geringen Profits das Spiel verlassen zu müssen.

Eine Frage des Könnens

Die meisten Pokertheorien setzen voraus, dass Sie ein einigermaßen erfahrener Spieler sind. In diesem Fall haben Sie jede Menge Gelegenheiten, Ihre Gegner zu einem späteren Zeitpunkt auszutricksen. Warum also etwas riskieren?

Neueinsteiger orientieren sich aber eher an den Odds als an hoch komplexen Strategien. In diesem Fall sind 57% keine schlechte Ausgangslage.

Was würden Sie tun?

Um Ihnen einen Vorgeschmack auf Turniere zu geben, beschreiben wir hier ein paar Szenarien, über die es sich lohnt nachzudenken.

1. Bei diesem Bluff mitgehen?

F. Wir befinden uns in der Bubble-Phase (das Stadium kurz vor den Preisrängen) eines Mehrtischturniers. Sie sitzen am Small Blind und alle passen. Sie haben miserable Karten, setzen aber kräftig in der Hoffnung, die Blinds stehlen zu können. Dann geht der Big Blind all-in mit einem Betrag, der um eine Idee höher ist als Ihr Einsatz. Was machen Sie?

A. Ganz einfach. Zocken! Mag sein, dass es sich nicht lohnt, aber Mitgehen kostet Sie nicht mehr allzu viel. Immerhin ist dies Ihre Chance auf einen Preisrang.

2. All-in gehen

F. Wir befinden uns mitten in einem Turnier, Pre-flop, und Sie sind einer von zwei Chip-Führern am Tisch (Ihr Gegner ist Ihnen etwas überlegen – die anderen sind weit abgeschlagen). Er geht all-in, aber Sie haben zwei Asse. Gehen Sie mit oder passen Sie?

A. Auch dieser Fall ist klar. Sie passen, obwohl Sie das beste Blatt haben. Dieser Spieler ist der einzige, der Sie nach Hause schicken kann. Deshalb: Wenn Sie jetzt mitgehen, scheiden Sie in 38% aller Fälle aus dem Turnier aus. Es ist also besser, zuerst die leichteren Gegner loszuwerden und erst später das große Geld zu jagen.

3. Am Finaltisch

F. Sie sitzen im Turnierfinale mit nur einem Gegner, dessen Stack-Größe etwa ein Viertel von Ihrem hat. Er geht all-in. Sie haben nur 2-2. Sollten Sie mitgehen?

A. Ja, unbedingt. Erstens, wirkt Ihr Gegner immer verzweifelter und hat vielleicht nur Overcards (zwei High Cards) und kein Paar. Und selbst wenn er eines hat, können Sie als Chip-Führer den Schlag einstecken. Außerdem wissen Sie, dass Sie es mit einem guten Spieler zu tun haben, und müssen jede sich bietende Chance nutzen, um ihn zu schlagen.